Kreuzgemeinde Bremen
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Paragliding mit Jesus
Gelassen kann ich sein, wenn ich mich auf Gott statt auf mich selbst verlasse.
Versuche, Gelassenheit einzuüben, indem du einfach mal die Dinge betrachtest, die du siehst. Schau dir in Ruhe die Blüte an, ohne sie im Bild festhalten, ohne sie umgestalten zu wollen. Schau deine Wohnung und deine Freunde an, ohne etwas daran verändern zu wollen. Erfreue dich an dem, was ist und spüre dich in die Dinge hinein. Lass die Dinge, wie sie sind. Lass deine Vorstellungen los.

Stelle dir vor :
Du lässt deinen Freund oder auch deinen Feind so, wie er ist. Du verzichtest darauf, ihn ändern zu wollen. Du betrachtest ihn einfach, denkst dich in ihn hinein und sagst zu dir: Er ist, wie er ist – sie ist, wie sie ist. Wenn du das eine Zeitlang versuchst, wird der Druck von dir abfallen, andere nach deinen Vorstellungen umzubiegen. Deine ungeduldigen Erwartungen an ihn oder sie werden schwinden. Er darf sein, wie er ist.

Gelassenheit wird dir zu einem guten Führer werden, mit den Menschen angemessen, vorurteilsfrei, liebevoll umzugehen. Und meist bleibt das Echo nicht aus.

Es gibt die Redewendung: „Ich verlasse mich auf Gott“.
Damit drücken wir aus, daß wir uns selbst verlassen, daß wir weggehen von unserem Ich, um uns auf Gott zu verlassen, um auf Gott zu vertrauen, der uns wirklichen Halt gibt. Ich kann mich nur auf Gott verlassen, wenn ich das Festklammern an den Dingen meines Lebens und an dem, was ich unbedingt will, lasse. Von Gott werde ich nie verlassen. Ich werde von ihm getragen und gehalten.

Jesus beschreibt die Gelassenheit so: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“ (Markus 8,35). Wer am Leben hängt, wird unfähig, es wirklich zu genießen. Er muß krampfhaft seine Gesundheit, seinen Besitz und seinen Erfolg festhalten. Jesus meint: wer um des Evangeliums willen loslässt, rettet letztendlich sein Leben.
Eva Wohlfahrt, 10.5.2005 (Ursprungstext von Anselm Grün)